Knickinitiative

Zaunbau zum Schutz heranwachsender Vegetation im Rahmen der Knickinitative
Rothirsche haben ein großes Sicherheitsbedürfnis, ein engmaschiges Knicknetz hilft bei Wanderungen (Grafik: Tambour 2005, aus Meißner 2009)

Das Wiedervernetzungsprojekt „Holsteiner Lebensraumkorridore“ (Laufzeit: 2010 – 2013) hatte zum Ziel, die Querungshilfen an der A21 (Kiebitzholm) mit einer ökologischen Hinterlanbindung auszustatten. Das neue Vorhaben E+E Wiedervernetzung (2013 – 2017) geht einen Schritt weiter: die geplanten Bauwerke an der A7 (Bad Bramstedt, Brokenlande) sollen jeweils mit ökologischen Hinterlandanbindungen ausgetattet werden und großräumig sowohl miteinander als auch mit dem vorhergehenden Projektgebiet vernetzt werden.

Mit der Segeberger Knickinitiative als Teil des Vernetzungsvorhabens soll die Knicklandschaft in ihrer Verbundfunktion für Arten isoliert voneinander liegenden Wäldern gestärkt werden. Dafür ist es in vielen Regionen notwendig sie wieder durchgängig zu gestalten, also vorhandene Bestandeslücken zu schließen oder strauchlos gewordene Knicks wieder zu bepflanzen.

Mit Hilfe von Fördermitteln von Land, Bund und EU werden im Projekt die Knicks von Partnerlandwirten so optimiert, dass sie typischen Knickarten wieder als Lebensräume dienen können. Hauptmaßnahme ist dabei die Bepflanzung lückig gewordener Knicks mit ausschließlich standortheimischen, Knick-typischen Gehölzen zertifizierter regionaler Herkunft. Zum Bepflanzen der Knicks wird vorbereitend die Grasnarbe gemäht. Um die Gehölze in der Anwachsphase vor Wildverbiss zu schützen, wird um die Knicks herum vorübergehend ein Wildschutzzaun gesetzt.

Im Herbst 2013 wurden nordöstlich von Wahlstedt noch einmal 2.500 m Knicks und Knicklücken neu bepflanzt, gefördert durch Mittel des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER).

Die E+E-Projektpartner, aber auch der Kreis und das Land werden die Knickinitiative in den nächsten Jahren weiter fortsetzen. Das wird wichtigen Zielarten wie z.B. Haselmaus (Muscardinus avellanarius) und Rothirsch (Cervus elaphus) dabei helfen, sich auch großräumig wieder auszubreiten und alte sowie neue Barrieren zu überwinden.