Schutzacker und Trentmoor

Luftbild des Trentmoors mit FFH-Gebietsgrenzen (rot), Grenzen des Artenschutzackers (gelb) und Grenzen der Extensivweidefläche (orange). Erkennbar sind die auf der Weidelandschaft angelegten Kleingewässer und Offensandflächen. Die zuvor lokal verschollene Kreuzkröte (Bufo calamita) hat bereits alle Neugewässer besiedelt und Jungkröten erobern von dort aus weitere Lebensräume – sogar bis an die drei Kilometer entfernte Grünbrücke heran.

In der »Biotopkomplexlandschaft Trentmoor« sind die bisher in teils intensiver landwirtschaftlicher Nutzung befindlichen Flächen in eine extensive und an die FFH-Ziele angepasste Pflegenutzung überführt worden.

Da das Potenzial hoch war ( Experten hatten noch wenige Jahre vor Projektbeginn Restbestände prioritärer Arten nachgewiesen) und v. a. auch die Wiederbesiedlung mit schutzbedürftigen Arten aufgrund der Lage
möglich schien, wurden weitere Maßnahmen zur Flächenoptimierung umgesetzt.

Aus Mitteln des Naturschutzfonds Segeberg wurden zwei Flächen gekauft, im Eigentum der Stiftung Naturschutz befinden sich damit drei arrondierte Flurstücke in Größe von insgesamt 6,25 Hektar. Zusammen mit dem ebenfalls aus Mitteln des Naturschutzfonds Segeberg vorübergehend ( bis zunächst Ende 2013 ) gesicherten und direkt benachbarten »Artenschutzacker« befindet sich damit ein zehn Hektar großes Gebiet in naturschutzfachlich optimierter Pflege.
Auf den eingezäunten Flächen führen Pächter seit Mai 2011 die Pflegebeweidung mit einer Kleinstherde von zwei Galloways durch.

Das Maßnahmenbündel sichert und fördert einen insgesamt seltenen und schutzbedürftigen Lebensraumkomplex von Übergangsmoor, Extensivgrünland, Magerrasen, Kleingehölzen und Schutzacker gleichzeitig.

Der Schutzacker wird von einem lokalen Landwirt nach den Vorgaben der Projektgruppe gepflegt. Bundesweit seltene Arten wie Lämmersalat (Arnoseris minima) breiten sich nicht nur auf dem Acker aus, die Art wurde mittlerweile sogar auf benachbarten Flächen nachgewiesen. Denkbar ist der Transport über große Wildtiere, aber auch die einfache Reaktivierung aus der Samenbank.