Heidepflege und Störungen

Die Plaggflächen auf der Heidefläche Hamdorf*6*6 dienen als mehrfaches Testobjekt, z. B. inwiefern durch einfache Bodenverletzungen Samenbanken reaktiviert werden können oder ob sie geeignete Keimstellen für zoochoren Samentransport darstellen. (Aufnahmejahr: 2011)
Es fanden Mahdgutübertragungsversuche eines vom Deutschen Verband für Landschaftspflege koordinierten Projekts statt.

Das circa 3,8 Hektar große und in privatem Eigentum stehende Flurstück Hamdorf*6*6 konnte aus Mitteln dieses E+E-Vorhabens gesichert werden, sodass irreversible naturschutzfachliche Maßnahmen umgesetzt werden konnten. Damit ist ein weiterer wesentlicher Baustein auf der Achse der Magerlebensraumtypen gesichert.

Wegen der geringen Flächengröße und des (noch) nicht möglichen Zugriffs auf Nachbarflächen konnte keine Weidelandschaft eingerichtet werden. Weil aber die fortschreitende Verbrachung die wenigen Restbestände typischer Heidearten zusehends bedroht, wurden folgende kostengünstige und dennoch wirksame, einfache Managementmaßnahmen umgesetzt:

    • Reaktivierung der Samenbank
    • Schaffung von Initialstadien und Heterogenisierung der Standorte
    • Mahdgutübertragung

Durch das Plaggen entstanden die bisher völlig fehlenden Offensandhabitate, die sich je nach Wirkungsintensität von Störungen und je nach Samenantransport unterschiedlich schnell begrünen.
Auf einzelnen der 18 Plaggflächen wurden zudem Ansaatversuche mit Mahdgut aus artenreichen Magerrasen der weiteren Nachbarschaft durchgeführt.

Es bildet sich derzeit ein Mosaik aus Offensandflächen und Pflanzengesellschaften von sehr frühen (z. B. Silbergrasflur) bis sehr späten Stadien (z. B. lockere Gebüsche) der Heidesukzession aus.