Grünbrücke Kiebitzholm

Die Grünbrücke Kiebitzholm (Aufnahmejahr: 2011, d.h. noch vor den Umgestaltungen im direkten Brückenumfeld)
Wichtigste Merkmale für die Funktionsfähigkeit einer Querungshilfe sind neben der guten Platzierung die Beruhigung ( u. a. Jagdruhe ), gute Übersichtlichkeit ( freie Sicht über das Bauwerk ) sowie Deckung im nahen Umfeld und ggf. Attraktionen wie Wasserstellen ( die auch die Wirksamkeit für Kleintiere – hier z. B. für den europaweit besonders zu schützenden Kammmolch erhöhen ).
Damhirsche und andere große Wildtiere wie Wildschweine und Rehe werden fast täglich auf der Grünbrücke mit Hilfe von Fotofallen erfasst.

Querungshilfen dienen zuallererst der Bewahrung der Biologischen Vielfalt; in seltenen Ausnahmefällen darf es vielleicht einmal auch nur um einzelne, spezielle Arten gehen.

In der Regel sollen Grünbrücken aber essentielle Lebensprozesse sichern, die mit der Mobilität barriereempfindlicher Arten verbunden sind. Und sie sollen nicht nur einer, sondern zahlreichen schutzbedürftigen Arten dienen. Barriereempfindlich sind vor allem flugunfähige Kleintiere, wie viele Käfer, Heuschrecken oder Schlangen und Großtiere, wie Hirsche.

Aber wer denkt dabei an Pflanzen?

Und doch: Pflanzen, die sich v. a. mit Hilfe von Großtieren ausbreiten und sich dort ansiedeln, wo Großtiere zuvor Keimstellen geschaffen haben sind davon abhängig, dass Großtiere in großer Frequenz ungestört durch die Landschaft ziehen.Pflanzenvielfalt braucht also Störung. Hier geht es nicht um Beunruhigung, sondern darum, dass Tiere dafür sorgen, dass ganz unterschiedliche Wuchsbedingungen nahe beieinander entstehen oder erhalten bleiben und dass konkurrenzschwache Pflanzenarten Entwicklungsnischen im »Windschatten« der Pflanzenfresser finden. Dazu müssen Hirsch & Co. aber auch in Ruhe wirken, d.h. wühlen oder scharren können. Auf der Grünbrücke kann dieses Zusammenspiel hervorragend beobachtet werden.Damit eine Grünbrücke intensiv von Großtieren genutzt (gestört) wird, ist Ruhe oberstes Gebot. Andernfalls wären die teuren Baukosten auch Verschwendung.

Neben der Ruhe sind für Großtiere die Lage zu Migrationschwerpunkten sowie Deckung in der Umgebung entscheidend. Für Hirsche darf ein Bauwerk auch nicht zu schmal sein. Ideal ist es, wenn zudem Wasserstellen oder andere Attraktionen vorhanden sind – wie bei Kiebitzholm, wo neben einer wirksamen Zäunung und gutem Irritationsschutz auch eine strikte Jagdruhe herrscht und Besucher von der Grünbrücke weggelenkt werden.

  • 21.06.2013 Lübecker Nachrichten: "Grünbrücke Kiebitzholm hat Bewunderer in aller Welt" (Initiates file downloadPDF)
  • 24.05.2013 Segeberger Zeitung: Grünbrücke führt jetzt auch Heuschrecken über die A21 (Initiates file downloadPDF)
  • 15.05.2012 SHZ: "Neue Wege für Warzenbeißer und Co." (Initiates file downloadPDF)
  • 15.05.2012 SHZ: "Wilde Brücke verbindet Biotope" (externer Link)
  • 28.11.2011 Die Welt: "Eine Brücke für die Wilden" (Initiates file downloadPDF)
  • 24.11.2011 SHZ: "Eine Brücke für grenzenlose Natur" (Initiates file downloadPDF)
  • 01.2010 Lübecker Nachrichten: "Wo die wilden Tiere wechseln" (Initiates file downloadPDF)
  • 09.10.2010 Bauernblatt: "Projekt "Holsteiner Lebensraumkorridore" bei der Grünbrücke Negernbötel eröffnet. Eine "Autobahn" für Hirsch und Haselmaus" (Initiates file downloadPDF)
  • 15.09.2010 Lübecker Nachrichten: "Wo Wildkräuter auf dem Acker willkommen sind" (Initiates file downloadPDF)
  • 04.09.2009 Ligniatur: "Geschützter Wildwechsel. Grünbrücke in der Försterei Hamdorf gut angenommen" (Initiates file downloadPDF)