Hinterlandanbindung A21

Die Hinterlandanbindung der Querungshilfen bei Kiebitzholm an die im Hinterland gelegenen Lebensräume war das Ziel des mittlerweile abgeschlossenen E+E-Vorhabens "Holsteiner Lebensraumkorridore".

Was vor Ort gemacht wurde, können Sie auf diesen Seiten erfahren. Auf der neben stehenden Karte sind mehrere Beispielflächen für Maßnahmen eingetragen, nähere Erläuterungen zu den Einzelflächen finden Sie, wenn Sie diesen links folgen:

1) Hamdorfer Binnendüne
2) Schutzacker & Trentmoor
3) Kompensation & Kiesabbau
4) Heidepflege & Störungen
5) Heidekorridore & Forst
6+7) Trittsteine & Erlebnis
8) Grünbrücke Kiebitzholm
9) Naturwaldband
10
) Vernetzung on- & offsite
11) Umfeldgestaltung Ottertunnel
12) Ottertunnel

Natürlich sind im E+E-Vorhaben altbewährte und etablierte Maßnahmenkategorien zur Anwendung gekommen, die hier nicht im Einzelnen aufgezählt werden sollen. Die Maßnahmen sollen weit über die Projektlaufzeit wirksam sein, die Projektträger können aber nicht langfristig Finanzmittel bereithalten, also müssen naturschutzfachliche Aufwertungen möglichst selbsterhaltend sein. Ein Beispiel für eine gelungene, auch langfristig tragfähige Lösung sind beispielsweise Extensivweidelandschaften. Auf diesen Flächen werden nach der Ersteinrichtung von Habitatbausteinen (Tümpel, Abbruchkanten,…) durch die Weide- und Gestaltungstätigkeit der halbwilden Rinder und Pferde Lebensräume auch von Komplexhabitatbewohnern erhalten. Dank Grünlandprämie und Fleischerlösen können zumindest die Managementkosten langfristig gedeckt werden.

Was im Grünland mit Hilfe von Haustieren funktioniert, kann auch in der freien Landschaft mit Hilfe von Wildtieren möglich sein. An vielen Stellen im Projektgebiet wird ihre lokal hohe naturschutzfachliche Bedeutung als Habitatgestalter und Vektoren deutlich. Durch das Wirken von Dam-, Rot- und Schwarzwild sind kleinflächige artenreichere Reliktstandorte und Trittsteine erhalten geblieben; auch der Transport von einigen Rote-Liste-Arten auf die Grünbrücke ist auf zoochoren Transport zurückzuführen. Ein Ziel des Projektes ist es, die Wildtiere in den Lebensraumkorridoren so zu steuern, dass sie dort für eine Sicherung und Erhöhung der Biologischen Vielfalt ( z. B. in Heiden und Mooren ) sorgen, während sie an anderer Stelle weder Nutz- oder Schutzziele gefährden. 

In den Gewässerkorridoren (Auen) sind z. B. Uferrandstreifen angelegt, Vernässungen umgesetzt oder Tümpel für den Verbund von Gewässerarten saniert und neu angelegt worden. In den Heiden oder Kiesabbaulandschaften haben maschinelle Initialpflege, lokales Abschieben des Oberbodens, Mahdgutübertragung oder auch die Einführung von Beweidung den Erhaltungszustand verbessert. Der Moorschutz hat ebenfalls eine große Bedeutung, wobei großflächige und damit besonders teure Maßnahmen auch zukünftig aus dem Moorschutzfonds des Landes finanziert werden, kleinere Maßnahmen wie Entkusseln und Grabenstau und vor allem die Einrichtung von Trittsteinbiotopen zwischen den Vernässungsflächen wurden auch aus Projektmitteln bezahlt.